Lohnt sich Photovoltaik nach 2026 noch?
Die feste Einspeisevergütung soll für neue kleine Anlagen wegfallen. Was das bedeutet, was Sie bis Jahresende sichern können und warum sich eine Anlage trotzdem rechnet.
Redaktion Norddeutsche Energiewerke · Stand · 5 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
Ja, Photovoltaik lohnt sich weiter, weil jede selbst genutzte Kilowattstunde rund 37 Cent Strombezug spart, eingespeister Strom aber nur 7,7 Cent bringt. Wer seine Anlage bis zum 31.12.2026 in Betrieb nimmt, sichert sich nach aktuellem Stand noch 20 Jahre feste Vergütung. Ab 2027 sieht der Gesetzentwurf für neue kleine Anlagen keine feste Vergütung mehr vor.
Was sich ab 2027 ändern soll
Das Bundeskabinett hat am 29. Juli 2026 einen Entwurf für ein neues EEG beschlossen. Er ist noch kein Gesetz, der Bundestag berät im Herbst 2026. Nach dem Entwurf gilt:
- Neue Anlagen unter 25 kW erhalten keine feste Einspeisevergütung über 20 Jahre mehr.
- Als Übergang ist eine deutlich niedrigere Vergütung für wenige Jahre geplant, danach die Vermarktung über einen Dienstleister.
- Anlagen, die bis zum 31.12.2026 in Betrieb gehen, behalten ihre Vergütung (Bestandsschutz).
Die Vergütung von 7,7 Cent gilt bei Inbetriebnahme bis 31.12.2026. Die Sätze laufen dieses Mal schon Ende Dezember aus, nicht wie sonst Ende Januar.
Warum der Eigenverbrauch entscheidet
| Kilowattstunde Solarstrom … | Wert |
|---|---|
| selbst verbraucht (spart Strombezug) | ca. 37 Cent |
| eingespeist bis Ende 2026 (Teileinspeisung bis 10 kWp) | 7,7 Cent |
| eingespeist ab 2027 (Entwurf) | deutlich weniger, nur befristet |
Eine selbst genutzte Kilowattstunde ist rund fünfmal so viel wert wie eine eingespeiste. Deshalb planen wir Anlagen auf Eigenverbrauch: mit Speicher, Energiemanagement und auf Wunsch Wallbox oder Wärmepumpe. Ein Speicher erhöht die Eigenversorgung eines Einfamilienhauses typischerweise von rund 30 auf rund 70 Prozent.
Reicht die Zeit bis Jahresende noch?
- 1Beratung vor Ort mit Blick auf Dach, Zählerschrank und Verbrauch
- 2Festpreis innerhalb von zwei Werktagen
- 3Montage meist an ein bis zwei Tagen
- 4Netzanmeldung und Inbetriebnahme
Entscheidend ist die Inbetriebnahme, nicht der Vertragsabschluss. Ob es für Ihr Haus noch 2026 klappt, hängt vor allem davon ab, ob der Zählerschrank erneuert werden muss. Das klären wir beim Termin und sagen es Ihnen ehrlich.
Häufige Fragen
Ist das EEG 2027 schon beschlossen?
Nein. Es gibt einen Kabinettsentwurf vom 29.07.2026, über den der Bundestag im Herbst 2026 berät. Details können sich noch ändern.
Was passiert mit Anlagen, die schon laufen?
Sie behalten ihre Einspeisevergütung für die restliche Laufzeit. Das gilt nach dem Entwurf auch für Anlagen, die bis 31.12.2026 in Betrieb gehen.
Lohnt sich eine Anlage ohne Einspeisevergütung?
Ja, wenn ein großer Teil des Stroms selbst genutzt wird. Mit Speicher, E-Auto oder Wärmepumpe steigt dieser Anteil deutlich.
