Was kostet eine Photovoltaikanlage 2026?
Richtpreise, die tatsächlich im Angebot stehen sollten, und eine Beispielrechnung mit offengelegten Annahmen für ein Einfamilienhaus in Norddeutschland.
Redaktion Norddeutsche Energiewerke · Stand · 6 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
Eine schlüsselfertige Photovoltaikanlage mit rund 10 kWp kostet 2026 meist 11.000 bis 16.000 Euro, mit einem 10-kWh-Stromspeicher meist 16.000 bis 21.000 Euro. Für Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden fällt keine Mehrwertsteuer an. In Norddeutschland liefert jedes kWp rund 950 bis 1.000 kWh Strom im Jahr.
Richtpreise 2026 auf einen Blick
Die Preise hängen von Dachform, Modulen, Wechselrichter, Speicher und dem Zustand des Zählerschranks ab. Als Orientierung für schlüsselfertige Anlagen inklusive Montage, Gerüst und Netzanmeldung gelten 2026 diese Bandbreiten:
| Anlage | Richtpreis | Hinweis |
|---|---|---|
| 10 kWp ohne Speicher | ca. 11.000–16.000 € | rund 1.100–1.600 € je kWp |
| 10 kWp mit 10 kWh Speicher | ca. 16.000–21.000 € | Speicher kostet rund 300–700 € je kWh |
| Zählerschrank-Erneuerung | je nach Umfang zusätzlich | nur wenn der alte Schrank nicht den Vorgaben entspricht |
Ein Preis, der ohne Termin vor Ort nur per Satellitenbild entsteht, enthält oft keine Zählerschrank- und Gerüstkosten. Die kommen dann später als Nachtrag.
Was im Angebotspreis enthalten sein sollte
Vergleichen lassen sich Angebote nur, wenn sie dieselben Positionen enthalten. Achten Sie darauf, dass diese Punkte einzeln aufgeführt sind:
- Module, Wechselrichter und Speicher mit Hersteller und genauer Typbezeichnung
- Unterkonstruktion, Verkabelung und Montage
- Gerüst
- Prüfung und gegebenenfalls Erneuerung des Zählerschranks
- Netzanmeldung, Zählerwechsel und Eintrag ins Marktstammdatenregister
- Inbetriebnahme, Einweisung und Dokumentation
Beispielrechnung: ab wann sich die Anlage bezahlt macht
Annahmen für ein Einfamilienhaus in Hamburg: 10 kWp nach Süden, rund 990 kWh je kWp im Jahr (PVGIS), also etwa 9.900 kWh Solarstrom. Verbrauch 4.500 kWh, Strompreis 37 Cent je kWh (BDEW, August 2026), Einspeisevergütung 7,7 Cent für Inbetriebnahme bis Ende 2026.
| ohne Speicher | mit 10 kWh Speicher | |
|---|---|---|
| Anteil Eigenversorgung | ca. 30 % | ca. 70 % |
| Selbst genutzter Solarstrom | 1.350 kWh | 3.150 kWh |
| Ersparnis beim Strombezug | ca. 500 € / Jahr | ca. 1.165 € / Jahr |
| Einspeisevergütung | ca. 660 € / Jahr | ca. 520 € / Jahr |
| Summe pro Jahr | ca. 1.160 € | ca. 1.685 € |
| Angenommener Preis | 13.500 € | 18.500 € |
| Einfache Amortisation | ca. 12 Jahre | ca. 11 Jahre |
Mit Wärmepumpe oder E-Auto steigt der eigene Verbrauch und damit der Anteil, der den vollen Strompreis spart. Dann rechnet sich die Anlage oft deutlich schneller. Glas-Glas-Module laufen mit bis zu 30 Jahren Garantie weit über die Amortisation hinaus.
Steuern und Förderung
- 0 % Mehrwertsteuer auf Lieferung und Installation von Photovoltaik und Speicher auf Wohngebäuden bis 30 kWp (§ 12 Abs. 3 UStG).
- Einnahmen aus der Einspeisung sind bis 30 kWp je Wohneinheit einkommensteuerfrei (§ 3 Nr. 72 EStG).
- Zinsgünstiger Kredit über das KfW-Programm 270. Einen Bundeszuschuss für private PV-Anlagen gibt es nicht.
Häufige Fragen
Wie viel kostet eine 10-kWp-Anlage mit Speicher?
Meist 16.000 bis 21.000 Euro schlüsselfertig, ohne Mehrwertsteuer. Entscheidend sind Speichergröße, Dachform und ob der Zählerschrank erneuert werden muss.
Warum unterscheiden sich Angebote so stark?
Häufig fehlen in günstigen Angeboten Positionen wie Gerüst, Zählerschrank oder Netzanmeldung, oder die Komponenten sind nicht genau benannt. Vergleichen Sie deshalb Position für Position.
Muss ich Mehrwertsteuer zahlen?
Nein, für Anlagen bis 30 kWp auf oder an Wohngebäuden gilt seit 2023 der Nullsteuersatz.
