Welche Speichergröße passt zu meinem Haus?
Ein zu großer Speicher kostet Geld, ohne mehr zu bringen. Mit dieser Faustregel und Tabelle finden Sie die passende Größe.
Redaktion Norddeutsche Energiewerke · Stand · 4 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
Als Faustregel reichen rund 1,5 kWh Speicherkapazität je 1.000 kWh Jahresverbrauch. Ein Haushalt mit 4.000 kWh kommt also mit etwa 6 kWh aus. Mit Wärmepumpe oder E-Auto darf der Speicher größer sein. Ein passend ausgelegter Speicher erhöht die Eigenversorgung typischerweise von rund 30 auf rund 70 Prozent.
Speichergröße nach Jahresverbrauch
| Jahresverbrauch | Haushalt (Beispiel) | Empfohlene Kapazität |
|---|---|---|
| 3.000 kWh | 2 Personen | ca. 4–5 kWh |
| 4.000 kWh | 3 Personen | ca. 6 kWh |
| 5.000 kWh | 4 Personen | ca. 7–8 kWh |
| 6.000 kWh und mehr | mit E-Auto oder Wärmepumpe | ca. 9–12 kWh |
Wichtig ist vor allem der Verbrauch am Abend und in der Nacht. Wer tagsüber wenig zu Hause ist, profitiert mehr vom Speicher als jemand, der Waschmaschine und Spülmaschine mittags laufen lässt.
Worauf es bei der Technik ankommt
- LFP-Zellen (Lithium-Eisenphosphat): kobaltfrei, thermisch stabil, auf viele tausend Ladezyklen ausgelegt.
- Modular erweiterbar: klein anfangen und später Module ergänzen, etwa wenn ein E-Auto dazukommt.
- Energiemanagement: steuert Speicher, Wallbox und Wärmepumpe so, dass möglichst viel Solarstrom im Haus bleibt.
- Dynamische Stromtarife: ein steuerbarer Speicher kann bei günstigen Börsenpreisen aus dem Netz laden.
Notstrom oder Ersatzstrom?
| Notstrom | Ersatzstrom | |
|---|---|---|
| Was läuft bei Netzausfall? | ausgewählte Stromkreise oder eine Steckdose | das ganze Haus, oft dreiphasig |
| Umschaltung | manuell oder automatisch | automatisch |
| Aufwand | gering | Umschalteinrichtung im Zählerschrank nötig |
Ohne Not- oder Ersatzstromfunktion schaltet sich eine PV-Anlage bei Stromausfall aus Sicherheitsgründen ab, auch wenn die Sonne scheint.
Häufige Fragen
Lohnt sich ein Speicher überhaupt?
Wenn die Einspeisevergütung sinkt, wird jede selbst genutzte Kilowattstunde wichtiger. Mit Speicher nutzen Einfamilienhäuser typischerweise rund 70 statt 30 Prozent ihres Bedarfs aus eigenem Strom.
Kann ich einen Speicher nachrüsten?
Ja, die meisten Anlagen lassen sich nachrüsten. Am günstigsten ist es, wenn der Wechselrichter schon dafür ausgelegt ist.
Wie lange hält ein Stromspeicher?
LFP-Speicher sind auf viele tausend Ladezyklen ausgelegt, bei einer Ladung pro Tag also weit über 15 Jahre. Hersteller geben meist 10 Jahre Garantie.
